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8 Blickwinkel (Review)

von Rauche (20.07.2011)

Punkte:

3 (gut) von 5 Punkten

Review:

Der Film hält nicht, was er verspricht. Die wirklich interessante Idee, ein Attentat auf den Präsidenten aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen, wobei jeder Blickwinkel ein Stück mehr Wahrheit ans Tageslicht bringt, wurde in jeglicher Hinsicht inkonsequent umgesetzt.
Zunächst einmal reden wir hier von sechs und nicht wie erwartet von acht Perspektiven: Die Sicht von Rex Brooks, die in einem Nachrichten-Übertragungswagen die Senderegie führt, die Sicht von Thomas Barnes, der als Secret-Service-Agent den Präsidenten beschützen soll, die Sicht von Enrique, der als örtlicher Undercover-Polizist den Bürgermeister schützen soll, die Sicht von Howard Lewis, einem des amerikanischen Touristen der alles mit seiner Videokamera filmt, die Sicht von Präsident Ashton selbst und zum Schluss die Sicht der drei Attentäter. Betrachtet man die Sichten der drei Attentäter auch als drei Blickwinkel, dann kommt man auf den glorreichen deutschen Filmtitel "8 Blickwinkel". Das soll wohl auch der Untertitel "8 Fremde, 8 Sichtweisen, 1 Wahrheit" suggerieren - doch das ist genauso dahingeschmutzt wie die offizielle deutsche Filmseite von Sony Pictures, auf der noch nicht einmal der Plot korrekt beschrieben wird.
Ein Manko des Films ist, dass nicht wie versprochen, die gleichen 15 Minuten vor und nach dem Attentat gezeigt werden: Alle Blickwinkel beginnen zwar zwei Sekunden vor 12:00 Uhr, aber enden zu immer späteren Zeiten. So erkennt man viele Wendungen nicht deshalb, weil man einen anderen Blickwinkel erhält, sondern nur, weil der Plot zeitlich weitergeführt wird. Das ganze endet damit, dass sich zu den drei Sichtweisen der Attentäter am Ende des Films die Sichtweisen der anderen Protagonisten in loser Reihenfolge hinzugesellen. Alle bis dato aufgetretenen Personen werden in einen Topf geschmissen, das ganze mit einer wilden Autojagd gewürzt, mit etwas Dramaturgie garniert und schon hat man sein Hollywood-Finale. Aber das musste man wohl so machen, um das hohe Tempo zu halten, welches man am Anfang vorgelegt hat.
Außerdem bleiben noch ein paar Ungereimtheiten: Zum Beispiel wundert sich Enrique, dass er eine Bekannte in der Menschenmenge trifft, da er sie nicht dort erwartet hat. Gleichzeitig hat er aber eine Tasche für sie dabei. Genauso eigenartig ist, dass sich die acht Personen trotz der großen Menschenmassen und des Durcheinanders nach dem Bombenanschlag, immer wieder begegnen. Auch der eher unsportliche amerikanische Tourist schafft es ohne großartige Mühe, an einer wilden Verfolgungsjagd zu Fuß dranzubleiben, nebenbei ein Mädchen zu retten und alles noch zu filmen. Die Motive und Ziele der Attentäter bleiben weitestgehend unklar. Alles in allem wirkt das relativ unausgegoren.
Nichts desto trotz hat man hier einen temporeichen Actionthriller, der zwar seine eigenen Ansprüche nicht hält, aber gut zu unterhalten weiß.